{"id":3239,"date":"2021-12-10T21:32:05","date_gmt":"2021-12-10T21:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/mensch-tier-gemeinsam.de\/htdocs\/?page_id=3239"},"modified":"2022-01-15T19:19:15","modified_gmt":"2022-01-15T19:19:15","slug":"das-neue-rudel-die-vier","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mensch-tier-gemeinsam.de\/htdocs\/ueber-uns\/die-vier\/das-neue-rudel-die-vier\/","title":{"rendered":"DIE VIER &#8211; Einleitung"},"content":{"rendered":"\n<p>Werte Kunden, bitte nicht wundern, im Folgenden hole ich manchmal noch weiter aus, als Sie es von mir kennen. Ich m\u00f6chte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: auf Ihr Interesse eingehen und dem Tierschutzverein, von dem ich die Vier empfangen habe, die vertraglich vorgeschriebene Auskunft erteilen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DIE VIER<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit einigen Wochen habe ich eine wundersch\u00f6ne Verkn\u00fcpfung mit der Zahl Vier. Einige Monate hatte ich im Internet nach neuen Hunden gesucht, zwei sollten es sein. Ein paar Mal hatte ich mit ein oder zwei Hunden gelieb\u00e4ugelt, doch es sprach immer etwas dagegen. Dann, am 08.10.2021, in meiner Mittagspause, entdeckte ich die vier Geschwister: <strong>Fenya, Moby, Rika und Jeannot<\/strong>! Alles passte. Nach ein paar Stunden stand vom Gef\u00fchl her fest, dass ich DIESE Hunde haben wollte. Nach zwei Tagen hatte ich mehrere Pl\u00e4ne, wie es funktionieren k\u00f6nnte. Um meinen vern\u00fcnftigen Verstand zu beruhigen, kl\u00e4rte ich einige Punkte ab und legte mich formal erst sehr viel sp\u00e4ter fest, am 21.10.2021. Ich wollte DIE VIER so sehr, dass ich mich auf jeden Preis und jede Bedingung eingelassen h\u00e4tte. Und noch viel sp\u00e4ter kamen DIE VIER am 11.11.2021 bei mir an. Endlich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurzinfo<\/strong>: Geboren im Mai 2017. Mit sechs Wochen vor einem rum\u00e4nischen Tierheim ausgesetzt. Seitdem durchgehend in diesem Tierheim. Einige Geschwister wurden vermittelt, DIE VIER sind \u00fcbrig geblieben. Mittelgro\u00dfe Mischlinge, kurzhaarig, hellbraun bis schwarz, sehr scheu. Auf den Vermittlungsseiten wurden sie als \u201eallem Fremden gegen\u00fcber sehr sch\u00fcchtern\u201c und \u201e\u00e4ngstlich\u201c beschrieben. H\u00e4ufig werden solche Hunde als Angsthunde bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Kleiner Ausflug zum <strong>Begriff Angsthund<\/strong>: Damit ist allgemeinhin gemeint, dass die Hunde im neuen Zuhause sehr h\u00e4ufig Angst haben, dass der Alltag von Angst bestimmt sein wird und dass man immer mit panischem Verhalten rechnen muss. Weiterhin wird meistens davon ausgegangen, dass die \u00c4ngste zwar mit der Zeit weniger werden, man sich jedoch darauf einstellen sollte, dass die Angsthunde wahrscheinlich bis an ihr Lebensende \u00e4ngstlich auf Neues, Fremdes, Unerwartetes reagieren. Ravil zum Beispiel galt im Tierheim als Angsthund. Bei Daria kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber auch sie hatte anfangs das Verhalten, aufgrund dessen sie vermutlich als Angsthund bezeichnet worden war. Und nun komme ich wieder mit meiner Eigenwilligkeit. Ich assoziiere mit dem Begriff Angsthund: ein Hund, der zun\u00e4chst untrennbar mit Angst verbunden ist, Angst als seelisches Problem, Angst als gewichtiges Merkmal der Pers\u00f6nlichkeit hat. Diese Punkte trafen bei meinen Hunden teilweise auf Ronja (von Menschen gepr\u00e4gt und traumatisiert) und Daisy (von Menschen gepr\u00e4gt in reizarmer Umgebung) zu. Bei Kunden-Hunden sehe ich h\u00e4ufig langwierige, grundlegende \u00c4ngste, die durch k\u00f6rperliche \u00dcbergriffigkeiten in Form von menschlicher Liebe und Zuneigung entstanden sind. Wenn Menschen sehr lieben, sehen sie h\u00e4ufig nicht hin, ob der andere genie\u00dft, erduldet oder leidet. Im Gegensatz dazu waren bzw. sind Daria, Ravil und DIE VIER seelisch gesund. Sie hatten\/ haben wie Wildtiere einen sehr guten Umgang mit sich selbst und ihren Gef\u00fchlen. Selbst in den wenigen Situationen, in denen von Menschen verursachte \u00c4ngste angetriggert werden, gehen sie gesund mit sich um: Sie erinnern sich, dass sie in einer \u00e4hnlichen Situation schon mal Angst hatten, woraufhin sie blitzschnell ihr Verhalten \u00e4ndern, damit sie nicht in ein Angstgef\u00fchl kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DIE VIER sind seelisch gesund<\/strong> und f\u00fchren bei mir, seit wir die Leckerli-Wurmkur-Phase bew\u00e4ltigt haben, <strong>ein angstfreies Leben<\/strong>. Ab und zu erschrecken sie sich oder sind unsicher. Da sie bisher nur wenig kennengelernt haben, sind \u201eviele Schubladen im Gehirn leer\u201c. Nach und nach sammeln sie Erfahrungen und erstellen Verkn\u00fcpfungen im Gehirn, die sie sp\u00e4ter in \u00e4hnlichen Situationen wieder abrufen k\u00f6nnen. Meine Tiere bekommen Abstand und Zeit. Wenn man unsicher ist (auch als Mensch), braucht man sich nur gen\u00fcgend Abstand zu verschaffen. Weit weg von der Bedrohung braucht man sich am sicheren Ort dann nur noch gen\u00fcgend Zeit zum Beobachten und Erkennen zu nehmen. So kann man angstfrei mit jeder Situation umgehen. F\u00fcr einen Langzeiteffekt braucht man dann nochmal Zeit, damit das Gehirn die neue Verkn\u00fcpfung abspeichern kann. Zus\u00e4tzlich besch\u00fctze ich meine Tiere. Mit eigenem Abstand und meinem Schutz haben meine Tiere doppelte Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tiere mit nat\u00fcrlichem Verhalten<\/strong> sind irgendwie besch\u00e4ftigt, h\u00f6ren oder sehen pl\u00f6tzlich etwas, warten nicht lange sondern \u00fcberlegen blitzschnell, ob sie das gesehene oder geh\u00f6rte Objekt als sicher einsch\u00e4tzen. Wenn sie es nicht als sicher einsch\u00e4tzen, traben sie sofort weg. Da sie es fr\u00fchzeitig machen, k\u00f6nnen sie locker wegtraben und in ihnen entsteht gar nicht erst ein Angstgef\u00fchl. Je mehr DIE VIER meinen Hof erkunden, umso h\u00e4ufiger kann ich dieses herrlich nat\u00fcrliche und gesunde Verhalten beobachten. In den ersten Tagen konnten DIE VIER sich nicht vorstellen, dass ein Zweibeiner n\u00fctzliche F\u00e4higkeiten haben k\u00f6nnte. Zur Zeit (Anfang Dezember 2021) ist der Stand, dass DIE VIER mir schon ziemlich h\u00e4ufig die grunds\u00e4tzliche Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung zutrauen und \u00fcberlassen, bevor wir durch ein Tor auf die n\u00e4chste Fl\u00e4che gehen. Doch im Konkreten noch nicht. Sie schn\u00fcffeln irgendwo, h\u00f6ren ein Ger\u00e4usch und versuchen, die Ger\u00e4uschursache zu entdecken. Falls ich schnell genug bin, bewerte ich das Ger\u00e4usch hinsichtlich bedrohlich oder harmlos. Meistens entscheidet Fenya blitzschnell, ob sicher oder gef\u00e4hrlich, also ob sie bleiben oder den R\u00fcckzug antreten. Bei letzterem traben sie \u00e4u\u00dferlich vorsichtig und innerlich sicher mit lockeren Bewegungen zur\u00fcck zu ihrem sicheren Ort. Meistens gibt es kurz danach einen Neustart.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotos<\/strong>: Meine Stammkunden langweilen sich jetzt bestimmt. \u00dcberspringen Sie einfach diesen Absatz. F\u00fcr Neukunden und Interessenten erkl\u00e4re ich kurz, warum es Fotos erst sp\u00e4ter geben wird. Die K\u00f6rpervorderseite begrenzt, bedr\u00e4ngt oder bedroht. Abgesehen von Ausnahmesituationen oder Notf\u00e4llen, zeige ich meinen Tieren anfangs meine linke oder rechte Seite (neutral) oder R\u00fcckseite. Mit meiner R\u00fcckseite zu den Tieren sind verschiedene Botschaften m\u00f6glich. Neuen Tieren zeige ich haupts\u00e4chlich entweder dass ich sie vor einer Gefahr besch\u00fctze oder dass alles harmlos ist und ich zufrieden bin. Beim Fotografieren wendet man sich dem Tier zu, zeigt ihm die K\u00f6rpervorderseite (= begrenzend), beugt sich mit dem Oberk\u00f6rper meistens leicht vor (= bedrohend), sieht starr zum Tier (= fixierend) und spannt den K\u00f6rper an, um das Foto nicht zu verwackeln (= insgesamt sehr bedrohlich). Deshalb sieht man auf Tierfotos oft Beschwichtigungssignale. Davor bewahre ich DIE VIER. Nat\u00fcrlich wird es trotzdem m\u00f6glichst bald Fotos geben. Eine M\u00f6glichkeit ist, dass ich \u2013 sobald die Beziehung es im Guten erm\u00f6glicht \u2013 unauff\u00e4llig seitlich an meinem K\u00f6rper Videos aufnehme und sp\u00e4ter Fotos herausschneide. Die andere M\u00f6glichkeit braucht noch mehr Zeit. Eine zweite Person baut seit kurzem ein Vertrauensverh\u00e4ltnis zu den VIER auf, geplant ist auch eine dritte Person. Dann k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig ein oder zwei Personen mit den VIERen agieren und die zus\u00e4tzliche vertraute Person kann fotografieren, ohne die Situation zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Traum ist eine regelm\u00e4\u00dfige Dokumentation \u00fcber mindestens zwei Jahre. Und das w\u00fcrde ich sp\u00e4ter gern aufbereiten, um es als beispielhaften Leitfaden zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen. Bei Daria und Ravil hatte ich leider nicht die M\u00f6glichkeit zur regelm\u00e4\u00dfigen Dokumentation. F\u00fcr Halter von solchen und \u00e4hnlichen Hunden finde ich es wichtig, zuerst mal unterscheiden zu k\u00f6nnen zwischen einem <strong>Hund mit seelischen Problemen <\/strong>in Form von \u00c4ngsten und einem <strong>seelisch gesunden Hund, der ein echter Hund mit nat\u00fcrlichem Verhalten ist <\/strong>und die Fremdsprache Mensch nicht kennt oder mag. Sobald man wei\u00df, was der Hund mitbringt und was er braucht, kann man ihn gut f\u00f6rdern. Das klingt langweiliger, als es ist. Tats\u00e4chlich sollte man prinzipiell bei allen Tieren, aber insbesondere bei Tieren mit nat\u00fcrlichem Verhalten (Nutztieren, Herdenschutzhunden, Stra\u00dfenhunden, Hunden mit wenig Menschenkontakt in der Pr\u00e4gephase, Hunden mit weniger Menschen- als Tierkontakt in der Pr\u00e4gephase) \u00fcber <strong>Neugier und Experimentierfreude<\/strong> verf\u00fcgen. Bei diesen Tieren wirken die \u00fcblichen Umgangs- und Trainingsmethoden selten bzw. kaum. Daf\u00fcr braucht man k\u00f6rpersprachliche Verst\u00e4ndigung und nat\u00fcrliche Verhaltensweisen. Innerhalb der nat\u00fcrlichen und naturnahen Verhaltensweisen gibt es eine breite Vielfalt an M\u00f6glichkeiten. Und hier beginnt der spannende Teil. Auch ich mit meinen Erfahrungen kann nur im Groben vorhersagen, was welches Tier braucht und was es m\u00f6chte. Tiere sind so herrlich individuell und die nat\u00fcrlicheren Tiere sind zudem herrlich anspruchsvoll. Deshalb faszinieren und begl\u00fccken mich DIE VIER. Bei vier Individuen brauche ich nicht davon auszugehen, dass ich mit nur einer Methode bei allen Erfolg haben werde. Ich hole jeden dort ab, wo er erfahrungsm\u00e4\u00dfig, seelisch, geistig und k\u00f6rperlich steht. Die Begriffe Versuche und Experimente sind f\u00fcr manch einen negativ besetzt. F\u00fcr mich bedeuten diese Begriffe Fortschritt, Zierorientierung und Erfolg. Bei jedem neuen Tier, egal ob es ein Tier meiner Kunden oder mein eigenes ist, sehe ich mir die Probleme und die Zielstellung an. Um von den Problemen zu den Zielen zu gelangen, probiere ich zun\u00e4chst meine f\u00fcr die jeweilige Tierart \u00fcbliche Vorgehensweise. An all den Stellen, an denen meine \u00fcbliche Vorgehensweise nicht fruchtet, sehe ich mir die <strong>individuelle Pers\u00f6nlichkeit<\/strong> an, schalte den kreativen Teil meines Gehirns ein, mache mir einen Plan, setze den Plan um und \u00fcberpr\u00fcfe, ob das Individuum sich darauf eingelassen hat. Wenn das Etappenziel erreicht ist: gut. Wenn das Etappenziel nicht erreicht ist: Analyse des Fehlers, Analyse der Fehlerursache, neuer Plan, Umsetzung des neuen Plans, \u00dcberpr\u00fcfung, ob das Individuum sich darauf eingelassen hat usw. Nur durch dieses <strong>strukturierte und kreative Experimentieren<\/strong> konnte und kann ich L\u00f6sungen f\u00fcr Tiere finden, die bei \u00fcblichen Umgangs- und Trainingsmethoden wegen nat\u00fcrlichen Verhaltens oder wegen besonderer Probleme \u201edurchs Raster fallen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werte Kunden, bitte nicht wundern, im Folgenden hole ich manchmal noch weiter aus, als Sie es von mir kennen. 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